Was KIRA von anderen Lehrbetrieben in Guinea unterscheidet
- 26. Aug. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Feb.

KIRA ist nicht das einzige Schneideratelier in Guinea, welches Lehrlinge ausbildet. Es gibt sogar einige Betriebe, die schon lange bestehen und teilweise bis zu 100 Lehrlinge gleichzeitig ausbilden. Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Wozu braucht es das KIRA Ausbildungszentrum?Im Frühjahr 2022 besuchte KIRA-Gründerin Saran Keita zwei Schneiderateliers in Conakry, welche ebenfalls Lehrlinge ausbilden. Ihr Ziel war es, das Ausbildungskonzept dieser Betriebe besser zu verstehen und im besten Fall etwas für unser eigenes Schneideratelier zu lernen. Der direkte Vergleich verdeutlichte allerdings: KIRA funktioniert völlig anders als andere Lehrbetriebe in Guinea.
Unterschied Nr. 1: KIRA bietet eine ganzheitliche Ausbildung
KIRA bietet eine vollumfängliche Berufsausbildung, während andere lokale Lehrbetriebe den Fokus in der Regel ausschliesslich auf das Handwerk selbst legen. Wir priorisieren auch die Alphabetisierung der Jugendlichen und bringen ihnen das Führen einer einfachen Buchhaltung bei. Denn diese Fähigkeiten brauchen die Lernenden, wenn sie später einmal erfolgreich in einem Betrieb arbeiten oder sogar ihr eigenes Schneideratelier eröffnen möchten.
Darum braucht es KIRA. Wir legen alles daran, unseren Lernenden in einem menschenwürdigen Umfeld all jenes Wissen zu vermitteln, welches ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
Unterschied Nr. 2: KIRA bietet anständige Arbeitsbedingungen
Auch hinsichtlich der Infrastruktur unterscheidet sich KIRA von anderen lokalen Ateliers. Deren Ziel ist es nämlich in erster Linie, Gewinn zu erwirtschaften. Vermutlich, um diesen Gewinn zu maximieren, sparen die Betriebe unter anderem stark an den räumlichen Anlagen.
Bei einem Besuch in Guinea fielen uns die undichten Dächer der genutzten Blechhütten auf. Auch die sanitären Anlagen waren nur mangelhaft erhalten. Das ist besonders prekär, wenn man bedenkt, dass in diesen Betrieben oft bis zu 100 Auszubildende angestellt sind. Wir legen Wert auf eine solide, saubere und sichere Arbeitsumgebung, denn wir sind überzeugt, dass das Arbeitsumfeld einen starken Einfluss auf die Bildungsqualität hat.
Unterschied Nr. 3: KIRA bezahlt Lehrlingslöhne
Üblicherweise erhalten Lernende in Guinea keine keinen Lohn für ihre Arbeit. Stattdessen müssen sie für ihre Ausbildung sogar bezahlen, und zwar eine Einschreibungsgebühr von umgerechnet 25€, sowie zusätzlich monatliche Gebühren von 6€. Gemessen am lokalen Einkommensniveau sind das sehr hohe Summen.
Ausserdem stellen wir unseren Lernenden Arbeitsmaterialien wie Stoff, Nähmaschinen und Zubehör zur Verfügung. Auch das ist in anderen Lehrbetrieben in Guinea nicht üblich.
Wir möchten erreichen, dass auch Jugendliche aus einkommensschwachen Familien eine Ausbildung absolvieren können. Ausserdem sollen unsere Lernenden bereits während ihrer Ausbildung ihre Familien finanziell unterstützen können. Dadurch erhalten die Lernenden von ihren Familien auch mehr Verständnis für ihre die Zeit, die sie in ihre Ausbildung investieren.



